Alle kennen Buontalenti. Niemand kennt Buontalenti. Tagtäglich kommt der Name über die Lippen der Fremdenführer in Florenz, wenn sie durch die Boboli-Gärten führen, vor Santa Trinitä oder dem Dom stehen, die Uffizien zeigen mit der kostbaren achteckigen «Tribu-na», in der die Medici ihre liebsten Schätze zeigten. Aber auch die Paläste der Medici inner- und ausserhalb der Stadt sind Reiseziele. Immer wird Buontalenti als Baumeister genannt. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Unzählige Entwürfe, die nicht ausgeführt wurden, zeigt dieses Buch. Natürlich auch Schätze, die abgebrochen, umgebaut, versetzt, verloren sind. Die prägendsten Einflüsse empfängt Buontalenti von Filippo Brunelleschi, der durch seine entscheidenden Erfahrungen in der Perspektive die gesamte moderne Militärarchitektur untermauert, aber auch von Michelangelo, in dessen Zeichnungen von Befestigungsanlagen das neue Raumempfinden zu erkennen ist. Ein roter Faden, der von der Perspektive bis zur Artillerie verläuft, verbindet Filarete mit Giulia-no da Sangallo, Fracesco di Giorgio, Leonardo, Michelangelo, Antonio dem Jüngeren, Francesco Maria I. della Rovere, Sanmicheli, und er führt über Giovanni Battista Bellucci, Baldassarre Lanci, Alghisi da Carpi und anderen zu Buontalenti.