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Häberle, Michael: Pariser Architektur zwischen 1750 und 1800. Die Entstehung des Elementarismus.

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Häberle, Michael: Pariser Architektur zwischen 1750 und 1800. Die Entstehung des Elementarismus.
Die Jahrzehnte zwischen 1740 und 1760 sind in Frankreich, vor allem in Paris, als Phase des Umbruchs anzusehen. Politische Umwälzungen führen auch zu einer neuen staatlichen Baupolitik: König Ludwig XV. gibt in rascher Folge drei Großprojekte in Auftrag: die Place Louis XV (heute „de la Concorde"), die Ecole Militaire und eine neue der hl. Genoveva geweihte Kirche (heute: Panthéon). Neben dem Versuch, die Entwicklung der Pariser Architektur in neue, richtungsweisende Bahnen zu lenken, zeigt sich hier ein wiedererwachtes Bewußtsein für die politischrepräsentative Funktion von Architektur. Gleichzeitig setzt eine immer stärker werdende urbani-stische Diskussion ein; auf dem Buchmarkt der französischen Hauptstadt schlägt sich das wachsende allgemeine Interesse an Baukunst in einer großen Zahl von Architekturtraktaten nieder, die einen Wandel propagieren. Die immer stärker einsetzende Verschulung der Ausbildung der Architekten mit ihrer Betonung mathematischer Fragestellungen führt zu einer zunehmenden Geometrisierung von Grund- und Aufriß. Vielfältige Einflüsse fließen zu einem neuen Epochenstil zusammen: die Rezeption der Antike, der zahlreiche angehende französische Baumeister auf ihren Reisen nach Italien begegnen, Bauten aus dem 16. Jahrhundert, die sie dort vorfinden und die als vorbildhaft gesehen werden, wie als einheimische Inspirationsquelle vor allem der wiederentdeckte `Louis XIV und nationale Symbole wie der Louvre und die `places royales Neben der Erforschung dieser Grundlagen des neuen Stils verfolgt der Autor einzelne seiner Merkmale, wie sie sich um die Jahrhundertmitte allmählich herausbilden, dann verfestigen und sich bis zum Ende des Jahrhunderts unterschiedlich weiterentwickeln, um Traditionslinien und wesentliche -bräche genauer analysieren zu können. Exemplarisch untersucht er die von Soufflot erbaute Sainte-Geneviève. Auffallendstes Charakteristikum der damaligen Pariser Architektur ist neben der Verwendung klarer einfacher Formen, vorzugsweise geometrischer Figuren, ein grundlegender Wandel im Kompositionsverständnis: Der Gesamtbau ist nicht mehr primär durch ein übergreifendes Gliederungssystem gekennzeichnet, sondern setzt sich aus eigenständigen Einheiten zusammen. Dies führt zu einer Verselbständigung einzelner Gebäudeteile, erlaubt aber auch, bestimmte bevorzugte Architekturelemente (wie die freistehende Säule) beliebig oft, bis zur seriellen Vervielfältigung (wie in immer wiederkehrenden endlosen Säulenkolonnaden und den `immeubles de rapport`), aneinanderzureihen. Diese Phänomene machen den `Elementarismus` aus, wie der Autor das neue Gestaltungsprinzip begrifflich kennzeichnet, das auch zu einem wesentlichen Moment des Klassizismus wird.
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