Der gesellschaftliche Wandel in den Beziehungen zwischen Mann und Frau hat auch vor den Türen des Pfarrhauses nicht haltgemacht. Viele Ehefrauen von Pfarrern sind berufstätig, die Kinderzahl hat sich verringert, und der unbezahlte Dienst in der Gemeinde - als Leiterin eines Frauenkreises oder Helferin im Kindergottesdienst - wird zunehmend in Frage gestellt. Zwar akzeptieren die Frauen, daß der Beruf des Mannes besondere Anforderungen an die Familie stellt, doch die traditionellen Vorstellungen von „der Pfarrfrau" sind in die Krise geraten. Das Buch versucht einen facettenreichen Einblick in das heutige Pfarrhaus aus der Sicht der Frauen. Die älteste Autorin ist 94 Jahre alt, die jüngste 34. Persönlich und subjektiv berichten sie vom Wechselbad zwischen Privat und Öffentlich. So entstand ein vielfältiges Bild: Dankbarkeit über den Reichtum an Begegnungen findet sich ebenso wie verbitterte Absage an einen nicht anerkannten Beruf. Freude am Dienst steht neben der Weigerung, die Bezeichnung „Pfarrfrau" anzunehmen. Die Herausgeberin Trude Dehn ist Ärztin und konnte jahrzehntelang eigene Erfahrungen als Pfarrfrau machen