Religionspädagogik hat es mit Sprache zu tun. Sprache aber ist nicht nur das Medium der Kommunikation und des Verstehens, sondern ebensosehr das Medium gestörter Kommunikation und des Missverstehens. Von daher stellt sich die Frage, ob die Krise des Religionsunterrichts, ja die Krise des Glaubens, der Religion und der Kirche überhaupt ihren Ursprung nicht in einer fehlerhaft gebrauchten Sprache haben. Jene philosophische Richtung, die es sich seit Beginn dieses Jahrhunderts zur Aufgabe gestellt hat, die Sprache, ihre Gesetzmässigkeiten und ihre Fehlerquellen zu untersuchen, wird allgemein Sprachanalyse genannt. Aus verschiedenen Gründen wurden aber ihre Methoden bisher kaum auf Theologie und Religionspädagogik angewandt. Es blieb bei einzelnen Postulaten, das ausstehende Gespräch zu beginnen. Grabner-Haider versucht, in diesem Band nachzuweisen, dass sprachanalytische Methoden in der Religionspädagogik — aber auch in der Theologie — nicht nur möglich, sondern auch dringlich sind, und zeigt ausführlich, was das bedeutet. Im ersten Teil wird eine Übersicht über die philosophische Richtung der Sprachanalyse, ihre Entstehung, ihre Vertreter und Strömungen sowie eine Klärung einzelner Begriffe gegeben. — Der zweite, ausführlichere Teil behandelt die Anwendung der Sprachanalyse in der Religionspädagogik. Dabei werden auch die Gründe dargelegt, warum die Sprachanalyse von Theologie und Religionspädagogik bisher ferngehalten wurde. Am Schluss wird an zwei Beispielen gezeigt, wie Unterrichtsprojekte, an denen sprachanalytisch gearbeitet wird, aufgebaut werden können. Das Buch wird nicht nur für die Religionspädagogik, sondern auch für die Theologie und Verkündigung wegweisend sein.