Dutzende von Schweizern aus dem Umfeld der Kommunistischen Partei der Schweiz zogen in der Zwischenkriegszeit nach Moskau. Viele fanden ein Betätigungsfeld in der Zentrale der Kommunistischen Internationale, ihren Verlagen und Kaderschulen. Die «Kaderabteilung» der Komintern führte sorgfältig Buch über das politische Verhalten der Internationalisten. Zur Zeit der Schauprozesse (1936-1938) dienten die «Kaderdossiers» dem NKWD — Vorläufer des KGB — als Grundlage, um die Anschuldigungen zu konstruieren. Der Rückgriff auf dunkle Flecken in der Parteibiographie wurde vielen überzeugten Schweizer Kommunisten zum Verhängnis. Doch das gängige Schema, das im NKWD den Täter und in den Kominternmitarbeitern die Opfer sah, greift zu kurz. Das Ritual der «Selbstkritik», der politischen Abschwörung und Vereidigung auf die «Generallinie», dem sich die späteren Opfer bereits Ende der zwanziger Jahre unterzogen hatten, bereitete das Terrain vor. Das blinde Vertrauen in die Partei artete unter Kominternmitarbeitern in gegenseitige Bespitzelungen und Denunziationen aus, die im Handumdrehen aus Tätern Opfer machten. Das Buch enthüllt dank erstmaligem Zugang zum Komintern- und KGB-Archiv die Tragödie der Schweizer Kommunisten, die verhaftet wurden, in Arbeitslagern endeten oder kurzerhand hingerichtet wurden.