Die Bahn bedeutet für das Pustertal ein Stück Alltag. Schon seit dem längst vergangenen Jahr 1871 haben die Dampflokomotiven der Südbahn zur Entwicklung von Wirtschaft und Fremdenverkehr im Tale stark beigetragen. Das Schnauben der Lokomotiven begleitete das Vergehen der Zeit, die weißen Dampfwolken umhüllten zärtlich die alten Bauernhöfe, und bei schlechtem Wetter vermengten sie sich mit dem Nebel zwischen den Wäldern und den dünnen Kirchtürmen. Die Leute lernten bald, den neuen Dienst zu schätzen, und die Bahnhöfe wurden zum Mittelpunkt im Leben der Dörfer. Kriege zerstörten alte Gewohnheiten. Neue entstanden, und die Bahn spielte ihre ausschlaggebende Rolle weiter, wenn auch nicht mehr in solch ausschließlicher Weise. Den alten Dampfloks folgten starke Diesellokomotiven. Die unbequemen und düsteren Wagen wurden durch behagliche und bunte ersetzt. Noch heute bringen die Züge Touristen von Hamburg, Brüssel, Dortmund, Wien, Rom ... In den letzten Jahren wurde die Bahnstrecke elektrifiziert und vollkommen erneuert. Der allgemeine Wunsch ist, daß die Bahn weiter und noch mehr ein Entwicklungsmittel für das Tal sein möge, mit Rücksicht auf die Umgebung, deren Schönheit und Lebensqualität heute immer kostbarere Eigenschaften bedeuten. Das Buch beschreibt mit ausführlichem Text, mit Zeichnungen und Tabellen die Geschichte und die Erneuerung dieser Eisenbahn und illustriert sie mit alten und neuen Bildern. Es will von einer ununterbrochenen und gediegenen Arbeit erzählen und ein Mittel sein, das „Grüne Tal" in einer anderen, aber trotzdem interessanten Weise besser kennenzulernen.