Wenn zur handwerklichen Bodenständigkeit des Technikers und Erfinders noch die unternehmerische Vision und Beharrlichkeit kommt, entstehen neue Produktionsverfahren mit den dazu gehörigen Maschinen. So hat die Firma Jakob Müller AG in Frick in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Sparte der textilen Produktion geprägt: Die Schmalte-xilien. Es gehört zu den Traditionen im Maschinenbau, dass sich der Hersteller auch für die technische Kompetenz seiner Kunden verantwortlich fühlt. Einen entscheidenden Beitrag dazu bringt das Fachbuch, auch im Zeitalter des computerunterstützten Unterrichtes die vielseitigste und handlichste Form der Information. In der Tat ist es aus kommerziellen Gründen kaum mehr möglich, für ein technisches Spezialgebiet das klassische technische Standardwerk herauszugeben. Dem unternehmerischen Engagement unter dem Motto „Frick - das Zentrum der Bandwebtechnik mit weltweiter Ausstrahlung" verdanken wir die Finanzierung dieses Kompendiums für Fachleute und Studenten, für die textile Forschung, Ausbildung und Anwendung. Mit Professor Dr. Harald Engels steht hinter diesem Werk ein Autor, der sich ganz den Schmaltextilien verschrieben hat. Er behandelt sein Thema in der ganzen Breite, von derTextiltechnologie über die maschinenbaulichen Aspekte bis zur Peripherie der eigentlichen Herstellprozesse. Seine Darstellungen basieren auf einer langen persönlichen Erfahrung in der industriellen Anwendung, daraufhin ergänzt durch viele theoretische Abklärungen und praktische Versuche im Rahmen seiner Lehr- und Forschungstätigkeit an der Fachhochschule Mönchengladbach. Zum vorliegenden Buch, das gewiss auf eine grosse und dankbare Leserschaft stösst, möchte ich ihm ganz herzlich gratulieren. Prof. Dr. Urs Meyer, Institut für Textilmaschinenbau, ETHZ, Zürich Schmaltextilien: Ein Begriff nicht nur in der Textilindustrie, sondern in nahezu allen Bereichen der Technik; und das schon seit vielen Jahren. Konzentrierte sich die Technologie-Entwicklung von Schmaltextilien bis vor kurzem noch auf die Weberei, so zeigte sich in letzter Zeit, dass auch gewirkte Konstruktionen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies wird anhand der von der Jakob Müller AG in Frick angebotenen Maschinenpalette besonders deutlich. Das heisst jedoch nicht, dass auf dem Gebiet der Bandwebtechnologie die Grenzen schon erreicht sind. Gerade im Bereich der „technischen Textilien" liegt ein unvorstellbares Entwicklungspotential. Neue Bindungstechniken und verbesserte Mustersteuerungseinrichtungen führen im Zusammenspiel mit modernster Computertechnik und der Kreativität der Entwickler zu innovativen Produkten. Gewebte dreidimensionale Strukturen und kraftflussgerecht-konstruierte Schmaltextilien bieten dem Anwender in der Technik gegenüber herkömmlichen Konstruktionen aus Metall Vorteile in bezug auf Massereduktion. Gleichzeitig wird duch eine spezielle Bindungstechnik eine erhöhte Substanzausnutzung des Materials bewirkt. Forderungen wie sie im Bauwesen, im Hochleistungs- und Freizeitsport, aber auch bei der Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugkonstruktion gestellt werden. Das vorliegende Buch gibt Entwicklern die Grundlagen für innovative Ideen und trägt wesentlich dazu bei, das Potential, welches der Sektor Schmaltextilien beinhaltet, zu erkennen und zu nutzen. Schmaltextilien sind eben nicht nur „Bänder" gemeinhin, sondern auch High-Tech-Produkte, die sich selbst in Hochlohnländern wirtschaftlich produzieren lassen. Dr.-Ing. habil. Roland Seidl, Schweizerische Textil-, Bekleidungs- und Modefachschule Wattwil Die bunte Vielfalt der textilen Welt beeinflusst nachhaltig die verschiedendsten, scheinbar in sich widersprechenden Bereiche des Lebens wie Mode, Lebensstil, Aesthetik, Wohnkomfort, Funktionalität und Technik. In diesem Umfeld fallen textile Produkte umso eher auf, wenn sie deutlich und optisch gut erkennbar sind. Und diese menschliche Neigung gilt nicht nur für den Konsumenten und Anwender, sondern auch in der Vorstufe im Bereich der Technologie, der Verfahrens- und Herstellungstechnik und der Lehre. Dabei wird der Sparte der Schmaltextilien häufig die notwendige Bedeutung nicht beigemessen. An diese hauptsächlich als Gewebe und Gewirke erzeugten Stoffe werden seit je her die unterschiedlichsten Anforderungen gestellt. So findet man sie einerseits als Bordüren, Spitzen und Schmucktextilien für den verschönernden Einsatz in der Unter-und Oberbekleidung. Auf der anderen Seite werden strapazierfähige Bänder und Gurte sowie Seile und Netzstrukturen in zahlreichen technischen und industriellen Produkten verwendet. Nicht zu vergessen sind weniger auffällige Einsätze für Schmaltextilien wie beispielsweise die bunten, jacquardgewebten Etiketten mit Schriftzügen und Mustern. Die Bandwebmaschinen und Häkelgalonmaschinen der heutigen Generation sind entsprechend gebaut und ausgestattet, um diesen Anforderungen zu genügen. Dabei muss jedoch betont werden, dass für den Umgang mit den Maschinen nicht nur Erkenntnisse über Computeranwendung notwendig ist, sondern auch das Gefühl für das traditionelle, handwerkliche Können. Mit seinem Buch über Schmaltextilien behandelt Professor Dr. Harald Engels dieses komplexe Thema in vorzüglicher Weise. Maschinenbau, Textiltechnologie und Stoffherstellung sind in anschaulicher Form miteinander verknüpft. Das Fachbuch ist ein Fundus an Information nicht nur für den Praktiker, sondern auch für die Ausbildung und Forschung. Es ist vor allem ein Buch, das in eine Nische hineinstösst, Wissenslücken schliesst und mit Sicherheit von der betroffenen Fachwelt begeistert aufgenommen wird. Zu diesem gelungenen Werk möchte ich ihm in Dankbarkeit gratulieren. Prof. Dr.-Ing. Chandrasekhar Iyer, CText FTI, Fachbereich Textil & Bekleidung Fachhochschule Reutlingen, Hochschule für Technik und Wirtschaft