Ist es purer Zufall, daß H. G. Wells seinen Roman »Die Zeitmaschine« im gleichen Jahr veröffentlichte, in dem die Brüder Lumiere die ersten öffentlichen Vorführungen ihres Kinematographen veranstalteten? Tatsache ist jedenfalls, daß man dem Erlebnis einer Zeitreise nirgendwo sonst so nahekommen kann wie im Kino. Tatsache ist auch, daß die ungezählten Geschichtsverfilmungen unterschiedlichster Qualität, die in den letzten hundert Jahren über Leinwände und Bildschirme flimmerten, nur selten die Aufmerksamkeit von Historikern fanden. Film und audiovisuelle Medien sind Neuland für die Geschichtswissenschaft. Ein Neuland, das besonders schwer zu bearbeiten ist, da es gänzlich neue Methoden erfordert und nur in der Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen vermessen werden kann. Wer sich als Historiker mit audiovisuellen Medien beschäftigt, leistet Pionierarbeit. Die hier versammelten Beiträge vermitteln anschaulich den Reiz dieser Arbeit und tragen dazu bei, in dieses Forschungsgebiet einzuführen. Literaturangaben