Mit Literaturverz. (S. 172 - 178) / Der Verfasser (Professor an der Universität Kapstadt) sieht in Hölderlins dichterischer Verkündigung nicht nur einen Mythos individueller Prägung, sondern auch einen poetisch höchsten Ausdruck der seit der Renaissance zunehmenden Na-turzugewandtheit des Menschen. Das gesamte Werk Hölderlins wird anhand von reichlichen Quellenbelegen auf diese Eigenart hin untersucht, wobei der naturmythische Mutterkult als Mittelpunkt seiner Dichtungen deutlich hervortritt. Hölderlins Naturreligion, der mythisch-religiösen imaginatio der Griechen wesensverwandt und bewußt angenähert, wird im Lichte der Jungschen Archetypenlehre betrachtet und ihre psychologisch-religiösen und ästhetisch - schöpferischen Antriebe und Zusammenhänge sichtbar gemacht.