Jagd ist ein Urthema der Menschheit. Der Vor- und Frühmensch zog als Sammler und Jäger umher. Er lernte seinen Verstand zu gebrauchen und seine List anzuwenden. Er erfand Fangtechniken und Waffen. Er beschwor die Tiergeister und den Jagdzauber, um die Beute zu bannen. Seitdem verbinden sich mit der Jagd auch Mystik, Magie und Aberglauben. Auch der seßhaft gewordene Ackerbauer und Städtegründer hat die Lust am Waidwerk nie verloren, Denn Jagd bedeutet Leidenschaft und Lebensnotwendigkeit, gefährliches Abenteuer und große Bewährung. Waffentragen und Jagen war lange Zeit ein Vorrecht der Freien und Vornehmen, gleichbedeutend mit Krieger und Herr. Die Jäger aller Völker haben seit eh und je die Freude am Erzählen gepflegt, am abendlichen Lagerfeuer wurden Geschichten erfunden und weitergesponnen. Die Verfasser haben den vielfältigen Stoff der Jagdsagen in zehn Erlebniskreise gegliedert und neu erzählt. Das Buch enthält die packendsten Waidmannsgeschichten aus dem Überlieferungsgut vieler Völker, vor allem des abendländischen Kulturkreises. Aber wir erfahren auch von der Jagdleidenschaft der Indianer, Afrikaner und Asiaten. Das reicht von den Pirschgängern der Urzeit über Zaubertiere und Gespensterjagd, Freischützen und Hexenmeister, Wilddiebe und Heilige im grünen Rock, Jägerlatein und Jagdhumor bis zur Wilden Jagd der Spukjäger, die ruhelos bis in alle Ewigkeit umherziehen müssen, und der Treue der Tiere, der »Brüder mit Hufen und Klauen«. Jagdtechniken und Waffen der Epochen und Völker werden in die Erzählungen mit einbezogen, so daß sich interessante kulturhistorische Einblicke ergeben. Im Inhaltsverzeichnis ist der geographische Ursprung jeder Sage vermerkt. Das »Wörterbuch der Jagd« am Ende des Bandes erläutert die wichtigsten Begriffe aus der Waidmannssprache. So wird das Buch die Sagenliebhaber jeden Alters ebenso begeistern wie Jäger, Tier- und Naturfreunde.