I Iat Diana launenhaft die Hand im Spiel, wenn einem Jäger tagelang kein Anblick zuteil wird, ihm dann ganz unvermittelt aber doch das Glück wieder lacht? Koschorke scheint davon überzeugt zu sein, denn in seinen bunten Skizzen aus einem Jägerleben berichtet er weniger von großen Strek-ken und mühelos errungenem Waidmannsheil als von beharrlich erkämpften Erfolgen oder von verfahrenen Situationen, die er, auf Dianas Hilfe kaum mehr hoffend, wider Erwarten doch noch zu einem guten Ende bringen kann. In Ostpreußen, in der Gegend von Lotzen am Löwentinsec, rindet der Verfasser in Janusch, einem derben Hofbesitzer und lebensklugen Original, einen Lehrprinzen, der ihm beim Waidwerk auf Rehwild, Feldhühner und Wasserwild nicht nur jagdliche Erfahrungen vermittelt. Wenn bei Treibjagden ländliche und städtische Jäger zusammentreffen, wenn Janusch als Privatdetektiv und Kronzeuge in einer Person einen Wilderer überführt oder beim Einfall der Wildgänse eine durch die liebe Verwandtschaft eingeladene Heiratskandidatin glatt „vergißt", spiegelt sich darin auch die gemütvolle Mentalität eines unverdorbenen, bodenständigen Menschenschlages, wie ihn Masuren geprägt hat. Im Havelland, bei der kleinen Jagd auf Kaninchen, Hase und Raubwild, stößt Koschorke auf die dort seltene Trappe. Verhindert Diana dabei einen leichtfertigen Schuß, als der Verfasser, ohne genaue Kenntnis der Schonbestimmungen, abdrücken will, die Waffe aber gar nicht geladen hat? Und wer gaukelt ihm bei nächtlichem Ansitz auf Füchse einen großen, dem Schnee widerstehenden Maulwurfshügel vor, der sich dann als ein bei der vorausgegangenen Gesellschafts-jagd angeschweißter Keiler aus dem Oderbruch entpuppt? Nach langer Unterbrechung durch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen findet Koschorke in mehreren Revieren der Wesermarsch neue jagdliche Möglichkeiten. Hier sind es vor allem drei Böcke und eine listenreiche Fähe, die den durch weidendes Vieh und starken Straßenverkehr behinderten Jäger immer wieder narren. Doch macht Diana einiges wieder gut: Überraschend meldet sich beim Autor der Sohn eines Waidgefährten aus Masu-ren und lädt ihn in die Nähe des Odenwaldes zur Jagd auf Sauen und zum Austausch von Erinnerungen ein. Der Reiz der bunten Erzählungen, in denen natürlich auch die Jagdhunde ihren Part haben, liegt in der humorvollen Art, in der Koschorke die Menschen und ihre jagdlichen Eigenarten schildert, ohne die eigenen Schwächen zu verschweigen. Seine natürliche, aus dem Herzen kommende Waidgerechtigkeit wirkt dabei besonders sympathisch.