Remmeles in schwungvollen Versen dargebotenen Beobachtungen und Betrachtungen zü Jagd und Jägern, Wild und Hund, zu ahnungslosen Waldwanderern, gewitzten Staatsanwälten und einer Obrigkeit, die zwar nicht alles wissen kann, doch alles regeln möchte, bieten ein kurzweiliges, von Schmunzeln und Lachen begleitetes Lesevergnügen und eignen sich vorzüglich zum Vortrag unter Gleichgesinnten. Mit spitzer Feder, trockenem Humor und hintersinnigen Kommentaren nimmt der Autor, der ein passionierter Jäger und Pächter eines Jagdreviers ist, vor allem „Die verwaltete Jagd" mit ihren Widersprüchlichkeiten und Auswüchsen aufs Korn, daneben aber auch manche anderen menschlichen Fehlhandlungen und Schwächen, ob Protzertum („Die Hinrichtung"), Leichtfertigkeit („Einzelnes Kalb im August") oder Besserwisserei („Rheinhessische Elegie"). Remmeles spöttische Verse machen vor der eigenen Person nicht halt: Seine Anfängerfehler als Gastjäger („Leo") oder als Revierpächter („Aller Anfang ist schwer") kommentiert er ebenso humorvoll wie das jagdliche Geschehen („Eine beinahe wahre Geschichte") um ihn herum („Die neue Jägersprache"). In „Brunftliche Hintergedanken" und „Eine saumäßige Moral" entdeckt er Parallelen zwischen tierischen und menschlichen Verhaltensweisen. „Der organisierte Gebrauchshund" weist auf eine der letzten noch ungenutzten Möglichkeiten an der Tariffront hin; und „Zehn Gebote für Wandersieute" wollen, ohne zu bevormunden, über mehr Einsicht in die Belange von Natur, Wild und Jagd zu rücksichtsvollerem Verhalten in Wald und Feld anleiten. Wie einst Hulverscheidt mit seinem heiteren Buch „. . . und da sagte der Jägermeister" will Remmele mit seinen von Wolfgang Lange reizvoll illustrierten Versen nicht nur auf anregende Weise unterhalten, sondern er sucht zugleich auch etwas zu bewegen: Zum Wohle des von ihm geliebten Waidwerks, des Wildes und der Jäger. So geht er denn mit spitzer Feder Sich selbst und anderen ans Leder. Bisweilen, daß die Pointen sitzen, Muß er ein wenig überspitzen, Sowohl im Text als auch im Titel: Der Zweck, er heiligt hier die Mittel!