Die neuen Väter? Bei der Geburt atmen sie noch mit, aber danach geht ihnen schnell die Luft aus. Dann machen sie sich das Vater-Sein, dem alten Sprichwort zum. Trotz, mindestens genauso leicht wie das Vater-Werden. Frauen und Kinder sind allein zu Haus und erleben den Vater hauptsächlich in Form von Versprechungen: »Wenn dieser Auftrag erledigt ist, bleib ich nicht mehr bis 9 im Büro«, »Nächstes Wochenende gehen wir radfahren«-, »Am Freitag bin ich bestimmt rechtzeitig da zum Abendessen«. Frauen warten auf den Märchenprinzen; Kinder warten auf den Märchenvater, und alle miteinander warten sie vergeblich. Die neuen Väter? Sie reden von Prioritäten und hohen Werten und davon, daß die Kinder das Wichtigste in ihrem Leben sind. Aber wenn es darauf ankommt, haben sie leider eine Sitzung. Einen Termin. Eine Reifenpanne. Sind wir angesichts dieser traurigen Sachlage besorgt um die Zukunft der Familie? Nein, gar nicht. Die »Familie« ist in denselben Händen wie immer schon: in den Händen der Mütter. Doch die Frauen und Kinder verlieren allmählich die Geduld mit den Männern und Vätern.