Die Geburt eines behinderten Kindes bringt die Familie, besonders die Mutter, in eine extreme Belastungssituation. Die dauernde Pflegebedürftigkeit und die oft nur minimalen Entwicklungsfortschritte des Problemkindes können in Hilflosigkeit und Wut, Verzweiflung und unterschwellige Ablehnung münden. Umfassende Hilfen bekommen die Familien während der ersten Lebensjahre des Kindes von den Frühberatungsstellen. Im vorliegenden Buch stellen Mitarbeiter von Beratungsstellen, von Schulkindergärten sowie niedergelassene Therapeuten ihre Arbeit vor. Da sie vielschichtig ist, kann sie nur gelingen, wenn verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten. Eltern und Betroffene können sich über die Ziele und Organisationsformen der Frühförderung informieren und erhalten Einblick in die unterschiedlichen Methoden der Entwicklungsförderung, der Krankengymnastik, der Logopädie sowie der Beschäftigungstherapie. Besondere therapeutisch-pädagogische Förderkonzepte werden ebenso vorgestellt wie konkrete Hilfen bei Eß- und Trinkstörungen. Da sich viele Schwierigkeiten behinderter Kinder nachvollziehen lassen, wenn die Bedeutung des Gehirns verstanden wird, kommen sowohl der Aufbau als auch die besondere Funktion der neuronalen Regelkreise verständlich zurSprache. Ausführlich wird auch auf Ursache und Erscheinungsbild verschiedener Behinderungsformen eingegangen. Die medizinisch oft unverständlichen Beschreibungen bei Bewegungsstörungen, Muskelerkrankungen, Anfällen, Seh- und Hörbehinderungen sind damit leichter zu entschlüsseln.