Hilflose Patienten, frustrierte Ärzte, ratlose Politiker: Unser Gesundheitswesen liegt darnieder. Die Beiträge zur Krankenversicherung klettern in astronomische Höhen, während gesetzliche Sparmaßnahmen immer mehr Ärzte zum finanziellen Offenbarungseid zwingen. Gleichzeitig wächst das Mißtrauen gegen eine Schulmedizin, die sich nach Meinung vieler Patienten allein auf teure Apparate verläßt und darüber die wirklichen Nöte der Kranken vergißt. Noch nie hatten es Wunderheiler und Kurpfuscher so leicht, mit der Not schwerkranker Menschen ihr Geschäft zu machen. Hier meldet sich ein Insider zu Wort, der die Krise des Gesundheitswesens tagtäglich erlebt: Ein Urologe, der in einer ganz normalen Stadt eine ganz normale Kassenpraxis führt. In seinem Tagebuch hat er seine Erlebnisse mit Kranken und Hypochondern, mit Pharmafirmen und Standesvertretern festgehalten. Ohne sich selbst zu schonen, schildert er Kunstfehler, von denen so mancher zu vermeiden wäre, wenn sich die medizinische Ausbildung stärker an der praktischen ärztlichen Tätigkeit orientieren würde. Aber auch wenn nichts passiert, kann der Patient nicht darauf vertrauen, daß ihm die optimale Therapie zuteil wird: Denn so mancher Doktor zieht mittlerweile ein Seminar über Steuer- und Abrechnungstricks der eigentlichen fachlichen Weiterbildung vor. Dieses Buch schlägt Alarm: Wenn sich Politiker und Funktionäre nicht bald auf radikale Reformen einigen können, steht unser aller Gesundheit auf dem Spiel. Gleichzeitig aber macht es Ärzten und Patienten Mut, für eine leistungsfähige Medizin zu kämpfen, die den Patienten als Menschen ernst nimmt. Doktor Med arbeitet als niedergelassener Urologe in Deutschland. Um die Anonymität seiner Patienten zu schützen, muß er unter Pseudonym schreiben.